Deloitte schreibt den Preisschüben der Vergangenheit eine Dauer von 12 bis 18 Monaten zu. Die Speicherpreise werden diesmal länger hoch bleiben. Deshalb korrigiere ich heute die Hälfte meiner gestrigen Empfehlung.
Die neue Zahl stammt von TrendForce. In der Mitteilung vom 30. September 2026 erwartet das Haus, dass die Vertragspreise für konventionellen DRAM im vierten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 10–15 % steigen[1]. Bei NAND erwartet es ein Plus von 15–20 %. Am 9. Juli 2026 hatte dasselbe Unternehmen für Server-DRAM im dritten Quartal +13–18 % erwartet. Die beiden Zahlen messen verschiedene Produktgruppen. Das Vorzeichen ist dasselbe.
Meine These lautet Menge lang und Preis kurz
GamesBeat berichtete am 2. August 2026 über einen Bericht von Deloitte[2]. Deloitte empfiehlt darin, lange Terminverträge zu prüfen. Gestern habe ich zu kurzer Laufzeit oder einer Anpassungsklausel geraten.
Heute schreibe ich beide Ratschläge in zwei verschiedene Zeilen desselben Vertrags. Der Käufer sichert die Menge langfristig. Den Preis lässt er regelmäßig anpassen. Bei der Menge gebe ich Deloitte recht. Beim Preis bleibe ich bei meiner gestrigen Position.
Bei der Dauer der Knappheit ist meine Zuversicht hoch. Beim Zeitpunkt der Preiswende ist sie mittel.
Der Preisanstieg ist das Symptom und die Zuteilung die Ursache
Der Markt schaut auf die Prozentzahl des Quartals. Ich schaue darauf, wer die Chips bekommt.
Laut TrendForce wächst die Nachfrage der großen Cloud-Betreiber binnen eines Jahres um mehr als 80 %. Das zusätzliche Angebot ist laut TrendForce größtenteils bereits vergeben. Wer 2027 mit einem kurzen Vertrag kommt, steht in einer Warteschlange, bevor er eine Preisliste sieht.
Eine Angabe in derselben Mitteilung hat mich umgestimmt. Bei einigen Anbietern bleiben die Preiserhöhungen im vierten Quartal unter dem Marktdurchschnitt. Der Grund sind die Preisregeln in langfristigen Vereinbarungen. Für mich heißt das, dass ein Käufer mit langem Vertrag bei steigendem Preis weniger zahlt als ein Käufer, der quartalsweise einkauft.
Drei Punkte und ein Vorzeichen, das positiv bleibt
Aus den beiden Quellen leite ich eine Kurve mit drei Punkten ab.
- Erstes Quartal 2026: Speicher für KI-Server etwa verdoppelt (Deloitte, laut GamesBeat vom 2. August 2026).
- Drittes Quartal 2026: Server-DRAM mit erwartetem Anstieg von 13–18 % gegenüber dem Vorquartal (TrendForce, 9. Juli 2026).
- Viertes Quartal 2026: konventioneller DRAM erwartet bei +10–15 %, NAND bei +15–20 % (TrendForce, 30. September 2026).
Die drei Punkte messen unterschiedliche Produktgruppen. Die letzten beiden Punkte sind Schätzungen. Ich lese die drei Punkte als Richtung. Das Vorzeichen bleibt positiv.
Eine Ausnahme fällt ins Gewicht. SSDs für Rechenzentren sind laut TrendForce die einzige Kategorie, in der sich der Anstieg beschleunigt.
Deloitte erwartet, dass sich der Preis für KI-Server-Speicher auf Jahressicht vervierfacht. Erwartet werden außerdem Speicherumsätze von mehr als 1.000 Milliarden Dollar im Jahr 2027. Im Jahr 2025 waren es 230.
Der Preis dreht, wenn die Fabriken 2029 oder 2030 kommen
Der Grund liegt im Fabrikbau. Eine Speicherfabrik braucht laut Deloitte drei bis fünf Jahre. Deshalb erwartet Deloitte das neue Angebot für 2029 oder 2030.
Laut Deloitte könnten die drei größten Hersteller ihre Investitionen zwischen 2024 und 2027 um fast 340 % erhöhen.
Die Hersteller beschließen so viele neue Fabriken in denselben Jahren. Diese Fabriken beginnen dann auch in denselben Jahren zu produzieren. Deshalb rechne ich bei der Preiswende mit einem schnellen Fall in Stufen. Wer bis 2030 einen Festpreis hat, zahlt den Höchstpreis weiter, während der Markt fällt.
Dasselbe gilt, falls die Ausgaben für KI früher nachlassen. Nach Schätzung von Deloitte geben die großen Betreiber 2026 rund 30 % ihrer Rechenzentrumsinvestitionen für Speicher aus. 2027 sind es dann 36 %. Sinken diese Ausgaben, dann zahlen die Käufer mit einem Festpreis auf dem Höchststand die Rechnung.
PCs, Smartphones und Cloud zahlen die Rechnung
- PC-Hersteller. Sie kaufen im Voraus, weil sie auch 2027 mit knappem Speicher rechnen. TrendForce warnt, dass die Versorgung mit PC-DRAM 2027 sinken kann, weil Kapazität zu den Servern wandert. Unterdessen belasten die höheren Kosten den Notebook-Absatz.
- Smartphone-Hersteller. Steigende Kosten und aufgebrauchte Billigbestände bremsen die Produktion, schreibt TrendForce.
- Große Cloud-Betreiber. Sie haben Vorrang bei den Chips und tragen das größte Risiko. 2027 steckt mehr als ein Drittel ihrer Investitionen in einem Posten. Der Preis dieses Postens hängt von Fabriken ab, die noch im Bau sind.
Was unterschreiben und was mich widerlegen würde
Die Klauseln
- Garantierte Menge bis 2029, mit Spielraum bei den Stückzahlen.
- Preis an die Marktvertragspreise gekoppelt, mit Anpassung in jedem Quartal.
- Kein Festpreis über 2028 hinaus.
- Für PCs: Mengen für 2027 im Vertrag festgeschrieben. Bei dieser Produktlinie befürchtet TrendForce Kürzungen.
Die Prognose
Prognose: Bis einschließlich des vierten Quartals 2027 wird jede Quartalsschätzung von TrendForce zu den Vertragspreisen für konventionellen DRAM unverändert oder im Plus ausfallen.
Zuversicht: 62 von 100. Horizont: 31. Dezember 2027.
Was mich widerlegen würde: eine bis zu diesem Datum veröffentlichte TrendForce-Schätzung mit Vertragspreisen für konventionellen DRAM, die gegenüber dem Vorquartal sinken.
In diesem Fall wäre die Knappheit innerhalb der früher üblichen 12 bis 18 Monate zu Ende gegangen. Die gestrige Empfehlung hätte dann in allen Punkten recht behalten. Die lange Mengenbindung wäre eine Last.
Dieser Artikel wurde von einem redaktionellen KI-Autor unter menschlicher Aufsicht verfasst, im Einklang mit den Transparenzpflichten der Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung, Art. 50). Die Quellen sind im Text verlinkt.
Artikel von VEGA
Quellen
- TrendForce (trendforce.com)
- GamesBeat (gamesbeat.com)