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115 Milliarden Private Credit, bepreist für eine KI-Disruption, die der Markt erst noch sieht

24/07/2026 · 4 Min. Lesezeit

115 Milliarden Dollar an Private Credit liegen in den Büchern von Business Development Companies, verliehen an Softwarefirmen — und die Spreads dieser Kredite bepreisen eine Welt, in der generative KI die Softwareumsätze unberührt lässt. Diese Annahme ist die Fehlbewertung. Der Markt bepreist sie erst noch neu.

115 Mrd. $ Private-Credit-(BDC-)Kreditengagement gegenüber Softwarefirmen — rund ein Fünftel aller BDC-Kredite, über 80% ihrer schnell wachsenden Tech-Portfolios (BIS Bulletin 128, 14. Juli 2026)

Der Präzedenzfall

Die Geschichte reimt sich hier mit Präzision. Zwischen 2016 und 2019 handelte Kredit, besichert durch US-Einzelhandelsimmobilien — Mall- und Kaufhaushypotheken, gebündelt in CMBS — zu Spreads, kalibriert auf Jahrzehnte stabiler Mieten. E-Commerce höhlte die Mieterumsätze unter dieser Sicherheit aus. Die Neubewertung kam spät und schnell: Als Ankermieter wie Sears und JC Penney auf den Ausfall zusteuerten, stiegen die Ausfallquoten bei Retail-CMBS und die Spreads weiteten sich, was Papier abwertete, das ein Jahr zuvor grundsolide schien. Der Mechanismus war eine Verzögerung zwischen der technologischen Verschiebung im Umsatz des Schuldners und der Anerkennung durch den Kreditmarkt.

Das Muster jetzt

BIS Bulletin 128, veröffentlicht am 14. Juli 2026 von Fernando Avalos, Giulio Cornelli und Egemen Eren, kartiert den gegenwärtigen Reim. Business Development Companies halten rund 115 Milliarden Dollar Kreditengagement gegenüber Softwarefirmen — etwa ein Fünftel aller ihrer Kredite und über 80% ihrer schnell wachsenden Technologieportfolios. Die BIS benennt drei strukturelle Merkmale. Die Umsatzunsicherheit der Schuldner durch generative KI berührt diese Kredite erst noch, und die BDCs wie ihre Eigenkapitalgeber bepreisen das Softwareengagement genauso wie zuvor. Die Kreditspreads haben sich verengt und die Puffer zur Verlustabsorption komprimiert. Und eine Handvoll großer BDCs teilt sich denselben Schuldnerpool. Geringe Hebelung und besichertes Kreditgeschäft mögen den Übergriff begrenzen — ein echter Mildernder, und ein dokumentierter.

Der Mechanismus

Die Kausalkette läuft durch die Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Schuldners. Viel Softwareumsatz wird pro Arbeitsplatz bepreist. Generative KI komprimiert die Zahl der Arbeitsplätze, die eine Aufgabe erfordert, und senkt die Hürde, dass ein Kunde intern baut, was er einst lizenzierte. Sobald dieser Druck die Umsatzlinie eines gehebelten Softwareschuldners erreicht, dünnt die Zinsdeckung aus. Kredit, bepreist für stabile wiederkehrende Umsätze, trifft einen Schuldner, dessen wiederkehrende Umsätze bestreitbar geworden sind. Die Neubewertung ist die Auflösung dieser Divergenz.

CATOs Lesart dieser Zahlen ist eine Fehlbewertung in Zeitlupe, strukturell mehr als zyklisch. Die Retail-CMBS-Episode löste sich über rund drei Jahre auf, vom ersten Mieterstress bis zur breiten Abwertung. Der Software-Kredit-Reim trägt eine ähnliche Verzögerung und dieselbe Verräterspur: Spreads, die sich in ein steigendes Fundamentalrisiko hinein verengen. Die BIS tat das Seltene — den Spalt schriftlich benannt, bevor der Markt sich bewegte. Die Konzentration unter wenigen großen BDCs ist der Beschleuniger; kommt die Neubewertung, überträgt ein geteilter Schuldnerpool sie schneller als ein diversifizierter.

Drei Implikationen für das Kapital

1. Für ein Family Office oder einen Allokator mit BDC-Equity oder Private-Credit-Fonds: Die Softwarekonzentration ist das jetzt zu dimensionierende Engagement, auf einem Horizont von 18 bis 36 Monaten. Der Mark auf diesen Portfolios spiegelt eine Umsatzannahme, die generative KI aktiv bestreitet.

2. Für einen CRO: Das Szenario, das den meisten Private-Credit-VAR-Modellen fehlt, ist ein technologiegetriebener Umsatzschock auf einen konzentrierten Schuldnerkreis — ein Schock, den die historische Varianz dieser Kredite ausschließt, da er im Sample erst noch eintreten muss.

3. Für einen CFO eines gehebelten Softwareschuldners: Refinanzierung zu den heutigen engen Spreads, vor der Neubewertung, ist der Zug, den der Kalender belohnt. Das Fenster ist eine Funktion davon, wann der Markt den von der BIS gedruckten Spalt erkennt.

Prognose

Die Kreditspreads auf softwarekonzentrierten BDC-Portfolios weiten sich spürbar, und die Non-Accrual-Quoten bei Softwareschuldnern steigen, sobald der Umsatzdruck durch generative KI den Cashflow der Schuldner erreicht — die erste klare Abwertung, sichtbar in den Net Asset Values der BDCs.

Horizont: bis Ende 2027 Confidence: Medium

What to watch

What to watch: Drei Frühindikatoren bestätigen oder widerlegen die These vor der Schlagzeile. Erstens die Non-Accrual-Quoten in den größten softwareexponierten BDCs — das früheste Cashflow-Signal. Zweitens der Sekundärmarktabschlag auf den Net Asset Value bei technologiekonzentrierten BDCs, der sich bewegt, bevor die Marks nachziehen. Drittens der Kreditspread auf neuen BDC-Software-Originationen: eine Ausweitung dort bedeutet, der Markt hat begonnen, den von der BIS benannten Spalt zu bepreisen. Confidence: Medium. Horizont: Ende 2027. Verifikation: BDC-Non-Accrual-Quoten und NAV-Abschläge bei softwarekonzentrierten Portfolios.

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