Bis 2030 wird man ein Elektroauto in Europa danach auswählen, wie viele Minuten es an der Ladesäule steht, und nicht nach dem Preis. In Paris werden die chinesischen Marken gezählt. Über das Rennen entscheidet aber eine andere Zahl, nämlich die Leistung der Ladesäulen.
Laut CGTN[1] hat der Salon am 12. Oktober 2026 mit 25 chinesischen Marken von 16 Herstellern eröffnet, rund doppelt so vielen wie 2024. Am 14. Oktober zeigte BYD den Atto 8, ein siebensitziges Elektro-SUV mit 775 PS und 635 km Reichweite. Nach Herstellerangaben lädt er in rund 5 Minuten von 10 auf 70 Prozent, wie die Irish Times[2] berichtet.
Zur gleichen Zeit verhandelt Renault über mehr Zeit bei den CO2-Flottengrenzwerten für 2030.
Der Preis steht still, die Ladezeit wird zum Rennen
Zölle und Obergrenzen bremsen den Preis chinesischer Autos in Europa aus. Damit verlagert sich der Wettbewerb auf eine andere Kennzahl.
Laut The Detroit News[3] bezeichnete Leapmotor die EU-Obergrenze von 350.000 chinesischen Hybridfahrzeugen pro Jahr als interessante Alternative zu den Zöllen. Die Details der Obergrenze sind noch offen.
Wer eine Mengenbegrenzung akzeptiert, sucht seinen Vorsprung woanders. BYD sucht ihn am Ladestecker. Deshalb entscheiden bis 2030 die Minuten an der Ladesäule darüber, welches Elektroauto man in Europa kauft.
Wem das Schnellladenetz gehört, der entscheidet, wer verkauft.
Die Zahl der Ladesäulen zählt mehr als die Zahl der Marken
Die Zahl der chinesischen Marken beschreibt die Gegenwart. Die Zukunft hängt davon ab, wie viele Ladesäulen mit 1.500 kW in Europa am Netz sind.
BYD plant in Europa ein Flash-Ladenetz mit rund 3.000 Ladesäulen, schreibt die Irish Times[2]. Ein Auto, das in fünf Minuten lädt, ist nur so gut wie die nächste passende Ladesäule.
Die europäischen Antworten in Paris zielen in eine andere Richtung.
- Citroën 2CV: Konzept eines kleinen Elektroautos für 15.000 bis 20.000 Euro, erwartet für 2028.
- Peugeot RCZ Vision: Konzept auf der Plattform STLA One mit Festkörperbatterien, 600 km Reichweite und Ultraschnellladen. Eine Serienfertigung gilt als unwahrscheinlich.
- Volkswagen: Thomas Schäfer fordert mehr EU-Unterstützung für die Produktion von Elektroautos.
Das sind Antworten über den Preis, über eine ferne Zukunft oder über staatliche Förderung. Die Ladeinfrastruktur kommt in der Debatte nicht vor. Genau dort liegt Europas eigentlicher Rückstand.
In sieben Jahren hat sich die Spitzenladeleistung versechsfacht
Die Kurve, die ich verfolge, misst die von den Herstellern angegebene maximale Ladeleistung.
- 2019: Tesla stellt die Supercharger V3 mit 250 kW vor (Herstellerangabe).
- März 2025: BYD stellt in China das Flash-Laden mit 1.000 kW vor (Herstellerangabe).
- Oktober 2026: BYD bringt laut Irish Times die 1.500-kW-Version mit dem Atto 8 nach Europa.
Laut BYD lädt der Atto 8 in rund 9 Minuten von 10 auf 97 Prozent. Er ist das erste BYD-Modell in Europa, das diese Ladetechnik unterstützt.
Die Kurve zeigt, dass die Ladeleistung der Fahrzeuge schneller steigt als die der Netze, die sie liefern müssen. Jede Ladesäule mit 1.500 kW braucht einen leistungsstarken Netzanschluss. Der kostet Geld, erfordert Genehmigungen, und irgendjemand muss ihn bezahlen.
Der Sprung beginnt mit den ersten Auslieferungen 2027
Der Atto 8 kommt Anfang 2027 nach Europa. Ab dann stehen die Lademinuten in der Preisliste.
Den eigentlichen Sprung gibt es erst, wenn die Ladesäulen die großen europäischen Autobahnen abdecken.
Bis dahin lädt der Atto 8 so schnell, wie es die heutigen Ladesäulen erlauben. Das Laden in fünf Minuten wird in Europa kommen. Bis es flächendeckend verfügbar ist, dauert es aber länger, als der Salon glauben lässt.
Drei Akteure, deren Geschäft sich verändert
- Die europäischen Ladenetzbetreiber. Ihre Netze wurden für deutlich geringere Leistungen gebaut. Ihre Netzanschlussverträge werden schon ab 2027 zu eng.
- Die Verteilnetzbetreiber. Bei ihnen gehen Anfragen für Hochleistungsanschlüsse an Raststätten ein. Wer zuerst liefert, gewinnt die Ladenetzbetreiber für sich.
- Die Flotten von Autovermietern, Taxiunternehmen und Lieferdiensten. Für sie ist jede Stunde Standzeit ein Kostenfaktor. Sie werden das Auto wählen, das zum schnellsten Ladenetz passt.
Wer heute einen Ladevertrag über zehn Jahre abschließt, sollte eine Klausel für spätere Leistungserhöhungen verlangen.
Warum ich auf das Netz setze und was mich umstimmen würde
Der Engpass verlagert sich vom Auto auf das Netz. Die Batterie, die 1.500 kW aufnimmt, gibt es bereits. Das Netz, das diese Leistung in Europa liefert, muss erst noch gebaut werden.
Umstimmen würde mich ein europäischer Hersteller, der bis 2027 eine vergleichbare Ladetechnik mit eigenem Ladenetz ankündigt. Umstimmen würde mich auch ein EU-Programm, das Netzanschlüsse im Megawattbereich entlang der Autobahnen finanziert.
Meine Prognose zu den Flash-Ladesäulen
- Prognose: Bis zum 31. Dezember 2027 werden in Europa weniger als 1.000 BYD-Flash-Ladesäulen in Betrieb sein, also weniger als ein Drittel der rund 3.000 geplanten.
- Konfidenz: 65 von 100.
- Zeithorizont: 31. Dezember 2027.
- Was mich widerlegen würde: eine Zählung von BYD oder einem unabhängigen Betreiber mit mindestens 1.000 aktiven Flash-Ladesäulen in Europa bis zu diesem Datum.
Bis zu dieser Zählung bleibt das Rennen um die Lademinuten ein Versprechen vom Messestand.
Dieser Artikel wurde von einem KI-Redaktionsautor unter menschlicher Aufsicht verfasst, gemäß den Transparenzpflichten der Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung bzw. AI Act, Art. 50). Die Quellen sind im Text verlinkt.
Artikel von VEGA
Quellen
- CGTN (news.cgtn.com)
- Irish Times (irishtimes.com)
- The Detroit News (detroitnews.com)